Andreas Wagner:

Zwangsarbeit im Wolfratshauser Forst

Geretsried 1938 bis 1945

Vortrag vom 25. Oktober 1989 in den Ratsstuben Geretsried

(ergänzte Fassung von Mai 1993)

 

Inhalt

 

1. Einleitung

2. Die Sprengstoff- und Munitionsfabriken

3. Die ausländischen ZwangsarbeiterInnen und ihre Deportation

4. Die Unterbringung in Lagern

5. Der Arbeitseinsatz und das Leben der ZwangsarbeiterInnen

6. Das Kriegsende

7. Nachwort

8. Verwendete Literatur

9. Quellenangaben

1. Einleitung

Unfassbar erscheinen die Verbrechen, die in der Zeit der faschistischen Herrschaft begangen wurden. In der Tat aber geschahen sie nicht nur als furchtbare Einzelhandlungen, sozusagen ausnahmsweise, sondern alltäglich, und zwar nicht allein im fernen Polen und Rußland, sondern in Deutschland selbst, überall, von Wien bis Flensburg, direkt vor den Augen der Bevölkerung.

Seit 1987 beschäftige ich mich intensiv mit der Geschichte von Geretsried, wobei meine Aufmerksamkeit besonders den Jahren 1938 bis 1945 gilt. Grund hierfür ist die Tatsache, dass vor noch gar nicht langer Zeit nur sehr wenig über die Geretsrieder Rüstungsbetriebe und über die Lebens- und Arbeitsbedingungen der dort beschäftigten Menschen bekannt war.

Um diese Zeit etwas aufzuhellen, stellte ich umfangreiche Recherchen an. Besuche in verschiedenen Archiven gehörten genauso dazu, wie Gespräche mit Zeitzeugen, die Durchsicht von Dokumenten und das Beschäftigen mit Fachliteratur. Einen besonderen Dank möchte ich an dieser Stelle dem Geretsrieder Stadtarchiv aussprechen, das mir wertvolle Fotografien und Unterlagen zur Verfügung stellte.

Nahezu zehn Millionen Menschen aus fast allen Staaten Europas wurden während des zweiten Weltkrieges zum Arbeitseinsatz nach Deutschland verschleppt. Die Geschichte und das Schicksal dieser damals so genannten "Fremdarbeiter" ist heute das bislang am wenigsten erforschte Massenphänomen in der Geschichte des Zweiten Weltkrieges. Mit meinem Vortrag möchte ich unter anderem versuchen, den Verlauf der Deportation und den Alltag dieser Menschen in der Rüstungsindustrie in Geretsried zu skizzieren. Ein vollständiges Bild wiederzugeben ist unmöglich. Ich möchte lediglich einen kleinen Einblick geben, in ein Kapitel der Stadtgeschichte, das bisher fast immer ausgeklammert wurde.

Grundlage für das Entstehen der heute über 20 000 Einwohner zählenden Stadt Geretsried waren zwei während des Krieges im Wolfratshauser Forst angelegte Munitionsfabriken. Bis zum Jahr 1937 war Geretsried eine Einöde, damals mit 18 Einwohnern. Dann entstanden in den Vorkriegs- und Kriegsjahren in den nahen Wäldern zwei große Rüstungsbetriebe. Tausende von Arbeitskräften wurden in neu errichteten Wohnsiedlungen und Arbeiterlagern untergebracht. Nach dem Krieg dienten leer stehende Baracken und Produktionshallen (Bunker) als erste Voraussetzung dafür, dass sich hier Heimatvertriebene ansiedeln konnten.

2. Die Sprengstoff- und Munitionsfabriken

Angefangen hatte alles mit der Machtübernahme von Adolf Hitler am 30. Januar 1933. Bald veränderte dieses Ereignis auch die politischen Verhältnisse im Landkreis Wolfratshausen. Im Jahr 1936 wurde Heinrich Jost aus Waging Bürgermeister und NSDAP-Ortsgruppenleiter von Wolfratshausen. Energisch setzte er sich für die Verbesserung des örtlichen Wirtschaftslebens ein. Bei einer parteipolitischen Besprechung mit Jost sprach der Gauleiter des Bereichs München/Oberbayern, Adolf Wagner, von einer Garnison, einem Pionier-Batallion, das an der Loisach oder Isar angesiedelt werden könnte. Da die Bevölkerung von Wolfratshausen auswärts Beschäftigung suchen musste, wie in Baierbrunn, Grünwald, Pullach und München, rückte die Ansiedlung neuer Industriezweige immer mehr ins Vorfeld.

Im September 1936, dem selben Jahr, stellte Hitler in seinem Vierjahresplan folgende Aufgabe: 1. Die deutsche Armee muss in 4 Jahren einsatzfähig sein! 2. Die deutsche Wirtschaft muss in 4 Jahren kriegsfähig sein! Im Zuge dieser Kriegsvorbereitungen bedeutet das auch einen weiteren Ausbau der Rüstungsproduktion.

Bei der Auswahl neuer Standorte von Sprengstoff- und Munitionsfabriken waren gut bewaldete Gegenden mit günstiger Verkehrsanbindung, die nicht unmittelbar in der Nähe einer Großstadt lagen und ein Reservoir an Arbeitskräften im strukturschwachen Raum hatten, vorrangig. Der nahe Farchenwald im Wolfratshauser Forst bot für solch ein Bauvorhaben beste Voraussetzungen. Es dauerte nicht lange, da zeigte die Reichsregierung an diesem Waldgebiet Interesse und bald wurde mit umfangreichen Maßnahmen der Geländeerschließung begonnen. Vermessungen wurden durchgeführt und ein lückenloser Zaun mit Tag und Nacht bewachten Toren wurde gezogen. Für das Bauvorhaben benötigte Grundstücke mussten die Besitzer unter massiven Druck der NS-Führung verkaufen, da sonst kurzerhand die Enteignung eingeleitet worden wäre. Innerhalb der Bevölkerung hörte man von einer "Schokoladenfabrik" die dort zwischen Wolfratshausen und Königsdorf entstehen sollte. Von einer Munitionsfabrik durfte kein Mensch reden.

1938 begann man also mit dem Bau des "Werk Geretsried" der Deutschen Sprengchemie GmbH (DSC) südöstlich der Einöde Geretsried. Noch im selben Jahr folgte dann die Errichtung der Fabrik Wolfratshausen der GmbH zur Verwertung chemischer Erzeugnisse (Verwertchemie) nördlich der DSC. Es handelte sich hierbei um eine 100%ige Tochter der Dynamit Actien-Gesellschaft, vormals Alfred Nobel & Co (DAG). Die DAG war wiederum zu 61% im Besitz der IG Farben. In beiden Fällen vergab der Finanzier, die 100% reichseigene Montan-Industriewerke GmbH (Montan), den Bauauftrag. Auftraggeber der Montan war wiederum das Oberkommando des Heeres. Für die Planung und Errichtung der Werke waren die Bauabteilungen der DAG und DSC zuständig, die Arbeiten führten jedoch Privatfirmen aus. Nach der Fertigstellung übergab die DAG die Fabrikanlagen der Montan, die sie dann an die Verwertchemie verpachtete. Die DSC pachtete das von ihr erbaute Werk ebenfalls. Diese Verfahrensweise war bei der Schaffung neuer Rüstungsbetriebe in Deutschland fast überall gleich.

So entstanden also innerhalb von 2 Jahren auf einer Fläche von mehr als 700 ha über 550 Gebäude, Bunker massivster Bauart. Mit Buschwerk und grüner Farbe wurden die Anlagen, welche teilweise auch unterirdisch angelegt waren, getarnt. Über 70 km Betonstraßen und 15 km Gleisanlagen durchzogen die beiden Werke. Mit einem Kostenaufwand von etwa 200 Millionen Reichsmark entstand, von der möglichen Produktionskapazität her, eine der größten Sprengstoff- und Munitionswerkstätten des Deutschen Reiches.

Bereits im Frühsommer 1940 konnten einzelne Produktionszweige der Fabrikanlagen die Arbeit aufnehmen. Ein Jahr später, am 1. April 1941, waren die Baumaßnahmen soweit fortgeschritten, so dass in der DSC und wahrscheinlich auch in der DAG die Fertigung in vollem Umfang anlaufen konnte.

Die Fabrik Wolfratshausen, also die DAG, war speziell für die Nitropenta-Herstellung, einem hochbrisanten Sprengstoff, gebaut worden. Daneben gab es weitere Produktionsbereiche von Sprengstoffen, wie PH-Salz, Bleiazid, Tetrazen und Bleitrinitroresorzinat. Es war auch beabsichtigt, den Sprengstoff Trinitrophenol in Geretsried herzustellen. Die dafür notwendigen Produktionsanlagen wurden im Rohbau fertig gestellt; mit dem Innenausbau wurde aber nur vereinzelt begonnen und so gingen diese Anlagen dann auch nicht in Betrieb.

Der hier hergestellte Sprengstoff wurde an verschiedene weiterverarbeitende Fabriken geliefert oder im Werk selbst verarbeitet.

Das Werk Geretsried der Deutschen Sprengchemie war hingegen nur mit der Fertigung von Munition beschäftigt.

Rund 2700 Menschen zählte die Belegschaft der DAG im Jahr 1944, in der DSC ca. 1500. Sie setzte sich Anfangs hauptsächlich aus dienstverpflichteten und freiwilligen deutschen Arbeitskräften zusammen. Aber schon zu Beginn des Krieges waren auch Arbeitskräfte mit anderer Staatsangehörigkeit am Bau der beiden Fabriken beschäftigt.[1] Gegen Kriegsende lag ihre Zahl wesentlich höher als die der deutschen Werksangehörigen. "Zum Schluss war das so, dass 25 Ausländer auf einen Deutschen gefallen sind", so die Einschätzung eines ehemaligen Arbeiters der DSC.[2]

In den Jahren vor Beginn des Zweiten Weltkrieges war die deutsche Rüstungsproduktion enorm angestiegen. Sie betrug 1939 das 12fache des Wertes von 1933.[3] Gleichzeitig ging daher auch die Zahl der Arbeitslosen zurück. Durch die Einberufungen zur Wehrmacht seit Kriegsbeginn sank die Zahl der deutschen Industriearbeiter ständig. 1942, nachdem die deutsche Strategie des Blitzkrieges endgültig gescheitert war, kennzeichneten erhöhter Bedarf an Kriegsgeräten einerseits und zunehmend fehlende Arbeitskräfte andererseits die Kriegswirtschaft. Um den Bedarf an bestimmten Kriegsmaterialien und Munition aber trotzdem decken zu können, wurden Angehörige der überfallenen Länder zum Arbeitseinsatz ins Deutsche Reich gebracht.

3. Die ausländischen ZwangsarbeiterInnen und ihre Deportation

Der Internationale Nürnberger Militärgerichtshof stellte 1946 fest, dass "die Deutsche Regierung bei Aufstellung der Pläne für die Verwertung der Bewohner der besetzten Gebiete zur Sklavenarbeit in größtem Maßstab dies als wesentlichen Bestandteil der Kriegswirtschaft angesehen und dieses besondere Kriegsverbrechen bis in die letzte fein ausgearbeitete Einzelheit geplant und organisiert" hat.[4]

Der ehemalige Generalbevollmächtigte für den Arbeitseinsatz, Fritz Sauckel, erklärte nach dem Krieg, dass "von den 5 Millionen ausländischen Arbeitern, die nach Deutschland gekommen sind, keine 200 000 freiwillig" hier waren.[5] Dabei ist die Zahl von 5 Millionen entschieden zu niedrig angesetzt. Der internationale britische Suchdienst spricht von 9,28 Millionen Verschleppten, darunter 1,9 Millionen Kriegsgefangene, die im Juli 1944 in Deutschland gelebt hätten.[6] Unter den Deportierten befanden sich auch hunderttausende von Kindern. Alleine über 700 000 polnische Kinder wurden zur Sklavenarbeit nach Deutschland gebracht.[7]

Die ersten einrückenden Behörden in den besetzten Gebieten waren Arbeitsämter. Zivilisten sollten zur Arbeit im Deutschen Reich "angeworben" werden. Die Methoden der "Anwerbung" reichten von falschen Versprechungen in Bezug auf Lohn, Unterkunft und Freizügigkeit in Deutschland bis zur Gefangennahme auf offener Straße. Im westlichen und nördlichen Ausland verlief sie jedoch zunächst noch mit vergleichbarer Art und Weise wie im Reich selbst. In Osteuropa war hingegen von Anfang an die "Anwerbung" von regelrechten Menschenjagden geprägt. Hier wurden sofort nach der Besetzung Menschen von der Straße weg in Eisenbahnwaggons verladen und nach Deutschland gebracht. Selbst in Kinos, bei Nacht in Privathäusern und sogar in Kirchen wurden ganze Familien gefangen genommen. Schon der geringste Widerstand konnte den Tod bedeuten.[8]

Ein ehemaliger polnischer Zwangsarbeiter erinnert sich an seine Verschleppung nach Deutschland:

"In meinem Heimatort in Polen wurde der Bürgermeister dazu gezwungen, mit der SS zusammenzuarbeiten; hätte er dies nicht getan, wäre er mit Sicherheit erschossen worden. Seine Aufgabe war es, für die SS eine bestimmte Anzahl arbeitsfähiger junger Männer zu beschaffen, die dann in Deutschland als Fremdarbeiter eingesetzt wurden. Am Morgen des 7.3.1940, ich kann mich noch genau an das Datum erinnern, wurde ich aus meinem Elternhaus von SS-Wachleuten abgeholt und mit vielen anderen auf den Dorfplatz gebracht. Ich bekam gerade noch Zeit, meine Koffer zu packen. Sobald sich einer der Abgeführten weigerte mitzukommen, wurde dieser auf der Stelle erschossen. Als wir am Dorfplatz ankamen, begannen sogleich deutsche sowie polnische Ärzte damit, uns im Rathaus auf körperliche Mängel und ansteckende Krankheiten zu untersuchen. Noch am Abend desselben Tages wurden wir dann in Viehwaggons, die mit Stroh ausgelegt worden waren, eingesperrt und abtransportiert."[9]

Über das Vorgehen in der Ukraine gibt ein Befehl an SD-Offiziere Auskunft:

"Dabei wird es nicht immer ohne Zwangsmittel abgehen. Bei der Überholung von Dörfern bzw. notwendig werdender Niederbrennung eines Dorfes wird die gesamte Bevölkerung dem Beauftragten zwangsweise zur Verfügung gestellt. Grundsätzlich werden keine Kinder mehr erschossen. Wenn wir also durch obige Anordnung unserer harten sicherheitspolizeilichen Maßnahmen vorübergehend einschränken, so geschieht dies nur aus folgendem Grunde: Das wichtigste ist die Arbeiterbeschaffung."[10]

SS-Reichsführer Heinrich Himmler erklärte bei einer SS-Gruppenführertagung in Posen am 4. Oktober 1943:

"... Ob die anderen Völker im Wohlstand leben oder ob sie verrecken vor Hunger, das interessiert mich nur soweit, als wir sie als Sklaven für unsere Kultur brauchen."[11]

Die Deportation der sowjetrussischen ZwangsarbeiterInnen ins Deutsche Reich erfolgte schrittweise mit teilweise längeren Aufenthalten in verschiedenen Lagern. Als erstes wurden sie in besondere Auffanglager gesteckt, wo sie überprüft und zu Transporten zusammengestellt wurden. Diejenigen, die von ansteckenden Krankheiten heimgesucht wurden, wurden ausgesondert. Von den Auffanglagern erfolgte der Transport mit der Eisenbahn, meist in Viehwaggons, zunächst in Übergangslager die im Generalgouvernement oder an der Grenze des Reichsgebietes eingerichtet worden waren. Dann wurden die Menschen in Sammeltransporten zunächst in Durchgangslager bei den Landesarbeitsämtern überführt und von dort weiter zu den einzelnen Betrieben in betriebseigene Lager gebracht. Auf dem Weg nach Deutschland mussten die Menschen immer wieder von Läusen und anderen Ungeziefer befreit werden, denn in den Zügen wimmelte es nur so davon.

Die ersten Massentransporte von russischen und ukrainischen ZwangsarbeiterInnen trafen im Juni 1942 in der Umgebung von Geretsried ein.[12] Diese damals so genannten "Ostarbeiter" stellten mit den französischen Arbeitern den größten Teil der Belegschaft der Werke. Die Gemeinde Königsdorf registrierte Ende Juni 1943 749 "Ostarbeiter", die bei der DSC beschäftigt waren. Im Gemeindebezirk Gelting befanden sich im Februar 1944 979 und im Bezirk Wolfratshausen im April des selben Jahres 876 "Ostarbeiterinnen" und "Ostarbeiter".[13] Unter Ihnen befanden sich auch viele Kriegsgefangene. Das Alter dieser Menschen lag überwiegend zwischen 16 und 25 Jahren.[14]

In den mir vorliegenden Augenzeugenberichten werden die russischen ArbeiterInnen immer wieder als fleißige, pünktliche und korrekte ArbeiterInnen hervorgehoben. Auch in der Pfarrchronik von Wolfratshausen heißt es: "Nach dem Beginn des Rußlandfeldzuges rückten im Lager Russinnen an. Es war ein gutes unverdorbenes Naturvolk aus dem Osten. Moralisch durchwegs unbescholten."[15]

Die zweite große Gruppe von ZwangsarbeiterInnen, die hier arbeiten mussten waren wie bereits erwähnt Franzosen. Es handelte sich hierbei in erster Linie um junge Frauen und Mädchen. Die ersten tauchten nach dem Frankreich-Feldzug im Sommer 1940 auf. Genaues Zahlenmaterial über ihre Stärke liegt mir leider nicht vor. Laut dem Tagebuch des Wolfratshauser Pfarrers Mathias Kern waren zur Jahreswende 1941/42 "etwa 1200 Französinnen und einige hundert Franzosen" in den betriebseigenen Lagern untergebracht.[16]

Neben Franzosen und "Ostarbeitern" traf man aber auch Jugoslawen, Dänen, Belgier, Norweger, Italiener, Holländer, Tschechen, Slowaken und Spanier, sowie Ungarn, Letten, Polen und Albaner an. Sogar Schweizer arbeiteten auf den Baustellen.[17] Im Jahre 1941, so wurde erzählt, war das deutsche "Eintritt verboten" in 15 verschiedenen Sprachen am Werkzaun angeschlagen.[18]

4. Die Unterbringung in Lagern

Untergebracht waren die ArbeiterInnen überwiegend in den Lagern "Buchberg", "Föhrenwald" und "Stein".

Das "Lager Buchberg" befand sich auf der heutigen Böhmwiese gegenüber dem Rathaus von Geretsried. Es wurde 1939 für schätzungsweise 4000 Bauarbeiter errichtet.[19] Eingeteilt in die Mannschaftslager I, II und III umfasste es nahezu 100 Holzgebäude, davon 33 große Unterkunftsbaracken mit einer Wohnfläche von insgesamt rund 11 200 m2.[20] Nachdem 1941 die Produktionsanlagen der DAG weitgehend fertig gestellt waren, wurde ein großer Teil der Baracken wieder abgebaut. Es dürfte Juni 1942 gewesen sein, als in "Buchberg" Lager II die ersten russischen ZwangsarbeiterInnen eingewiesen wurden. Später folgten auch sowjetische Kriegsgefangene.[21] Durchschnittlich lebten hier rund 1000 Menschen.[22] Wann das Lager mit einem doppelten Stacheldrahtzaun und 4 Wachtürmen versehen wurde, konnte bisher nicht ermittelt werden.[23] Fest steht aber, dass es in den Bewachungsplan der Fabrikanlagen mit eingeschlossen war und das es spätestens 1943 umzäunt wurde.

Auf dem Gelände des jetzigen Wolfratshauser Ortsteils Waldram entstand das Montan-Lager "Föhrenwald". Es wurde im Sommer 1941 bezogen. Die 302 Wohneinheiten in Form von Reihen- und Doppelhäusern, aus denen "Föhrenwald" bestand, waren für ca. 4500 Menschen berechnet.[24] Die Unterbringungsmöglichkeiten waren mit knappen 2500 Personen während dem gesamten Krieg nicht ausgeschöpft.[25] Bei den Lagerbewohnern handelte es sich zum größten Teil um ZwangsarbeiterInnen aus Westeuropa und um deutsche Reichsarbeitsdienstangehörige, Dienstverpflichtete und Angestellte. Je nach Nationalität und Geschlecht war das Lager in verschiedene Bereiche unterteilt. In den einzelnen Wohneinheiten befanden sich im Erdgeschoss ein Tagesraum, ein Schlafraum, ein Waschraum und zwei WCs, sowie ein Flur. Ein weiterer großer Schlafraum befand sich im Obergeschoss. Die Art und Weise der Unterbringung war kasernenartig. Das Lagergelände war von einem 2,50 m hohen Zaun umgeben, dass Betreten, wie auch in den anderen Lagern, nur mit einem speziellen Ausweis möglich. Mit Tarnfarbe waren die Dächer der Gebäude gestrichen, um eine Einsicht aus der Luft durch feindliche Aufklärer zu erschweren. 1943 wurde zwischen "Föhrenwald" und der Isar mit dem Bau eines riesigen Sportplatzes, inklusiv einer großen Tribüne begonnen.[26]

Das dritte große Lager befand sich auf dem heutigen Ortsteil Stein von Geretsried. Namen hatte es verschiedene: "Lager D.S.C. Königsdorf", "Barackenstadt D.S.C. Geretsried" oder auch einfach "Lager Stein".[27] Es war das erste Lager, das überhaupt aufgebaut wurde. Bereits im Sommer 1939 waren die ersten Wohnbaracken, sowie das Wirtschaftsgebäude, eine Kantine mit einem Fassungsvermögen von bis zu 1500 Personen, fertig gestellt.[28] Bei 21 Wohnbaracken im Endstadium bot das "Lager Stein" Platz für über 1000 Menschen und durch Umfunktionierung der Aufenthaltsräume in Schlafräume hatte man die Möglichkeit, die Unterbringungskapazität zu verdoppeln.[29] Ein Kesselhaus beheizte die verschiedenen gemauerten Bauten und versorgte sie mit Warmwasser. Außerdem bot es die Möglichkeit zum Baden oder Duschen.[30] Wie in "Föhrenwald" hatten die Angehörigen von verschiedenen Ländern jede für sich gesonderte Baracken zugeteilt bekommen. Ab Sommer 1942 waren im südlichen Teil des umzäunten Lagers "Ostarbeiter" und sowjetrussische Kriegsgefangene untergebracht. Diese Zwangsarbeiter wurden nochmals mittels einem Zaun streng von den anderen Lagerbewohnern getrennt.[31]

Für die höheren deutschen Angestellten, Meister, Werkschutz und Betriebsleiter wurde eine Wohnsiedlung in der Schießstätt- und Alpenstraße in Wolfratshausen und eine weitere Siedlung entlang der Tattenkofener Straße bei Geretsried gebaut.

Bewacht und kontrolliert wurden die Lager und die beiden Fabriken vom Werkschutz, teilweise auch von der Werksfeuerwehr. Der Werkschutz setzte sich hauptsächlich aus älteren, regimetreuen Männern aus der näheren Umgebung zusammen. In der DAG soll er eine Stärke von ca. 60 und in der DSC von etwa 30 Mann gehabt haben.[32]

5. Der Arbeitseinsatz und das Leben der ZwangsarbeiterInnen

Der Arbeitseinsatz in der Rüstungsindustrie, speziell bei der Produktion von Sprengstoffen und Munition, war von der Angst und der Ungewissheit, ob man heil wieder aus den Fabriken kommt, geprägt. Waren doch Unfälle, oft auch mit tödlichem Ausgang, fast alltäglich. Die ZwangsarbeiterInnen waren zudem noch besonders der Willkür ihrer Vorgesetzten ausgesetzt. "Die ganzen Chefs ... waren so hinterlistige Kerle. Wenn die jemanden in die Ecke bringen konnten, war das schon eine Art Auszeichnung", so die Eindrücke einer ehemaligen Dienstverpflichteten, die in der Deutschen Sprengchemie in Geretsried gearbeitet hatte.[33]

Von Anfang an wurde in einzelnen Produktionsbereichen in 3 Schichten gearbeitet. 12 Arbeitsstunden an einem Tag waren für Betriebsangehörige, für Deutsche ebenso wie für ausländische ZwangsarbeiterInnen, keine Seltenheit.

Nach dem alltäglichen Vollzähligkeitsappell wurden die Bewohner von "Föhrenwald" mit der Werksbahn in die Fabriken gebracht.[34] Der Weg der ArbeiterInnen führte durch verschiedene Tore, vorbei an bewaffneten Wachmannschaften. Für alle ArbeiterInnen war das Vorzeigen eines besonderen Werksausweises unerlässlich. Raucher mussten ihre Zigaretten und Streichhölzer in Schließfächer einsperren, die sich in den Pförtnerhäusern befanden.[35] Eine Mitnahmen solcher oder ähnlicher feuergefährlicher Gegenstände in die Werke konnte den Tod durch eine Explosion oder aber, wenn man erwischt wurde, schwere Bestrafungen zur Folge haben. Der Weg zum Arbeitsplatz innerhalb des Werksgeländes war vorgeschrieben. Es mussten bestimmte Wege und Straßen benutzt werden. Eine Abweichung von diesen Wegen hätte der Werkschutz als Spionage angesehen. Vom Werkschutz bewacht gelangten, in Kolonen formiert, die "Ostarbeiter" zu ihren Arbeisstätten.[36]

Möchte man die Arbeitsbedingungen der in den Werken beschäftigten Menschen näher dokumentieren, muss man die verschiedenen Bereiche der Anlagen unterscheiden.

In der DAG befand sich im Norden die Sprengkapsel- und Zündhütchenfertigung, die ständig mit neuen Bauwerken erweitert wurde. Im Bereich des heutigen Erika- und Rosenweges und dem  Gebiet zwischen der Egerlandstraße und dem Isardamm wurden verschiedene Sprengstoffe hergestellt. Hier fanden überwiegend chemische Produktionsabläufe statt. Zwischen dem Hirschenweg und der St.-Hubertus-Straße befanden sich Pressen- und Laboriergebäude, in denen Sprengstoffe verarbeitet wurden. Eine große Baustelle befand sich im Bereich des jetzigen Eisstadions.

In der DSC gab es nur zwei wesentliche Produktionsbereiche. Zum einen war das die Presserei (Füllstelle), zum anderen die Laborierabteilung, in der die verschiedenen Sprengkörper und Munition zusammengebaut wurden.

Im höchsten Maße gesundheitsschädlich und gefährlich war die Arbeit in den sprengstoffverarbeitenden Gebäuden. Hier kam man täglich mit hochgiftigen Chemikalien - den Sprengstoffen - in Berührung. Schon nach kurzer Zeit erlitten die dort beschäftigten Menschen gesundheitliche Schäden. Einer der giftigsten Sprengstoffe, der in Geretsried verarbeitet wurde, war das Trinitrophenol - die Pikrinsäure. "Hier sind die Deutschen nicht hineingekommen", erklärte eine ehemalige deutsche Dienstverpflichtete nach dem Krieg.[37] Werkschürzen, Kopftücher, Atemmasken und Handschuhe mussten bei der Verarbeitung dieses Sprengstoffes getragen werden. Trotzdem war es fast unmöglich, sich von diesem Pulver zu schützen. Die hochgiftigen Kristalle gelangten nahezu ungehindert durch die Haut oder Atmung in den Körper. Es dauerte nicht lange dann verfärbten sich die Haare und die Haut. Die Betroffenen, meist Frauen, wurden daraufhin von den Einheimischen als "Kanarienvögel" bezeichnet. Neben dieser Gelbfärbung machte sich bald Haarausfall bemerkbar. Man bekam Ausschlag und die Fingernägel gingen kaputt. Da dieses Krankheitsbild keine Schmerzen verursachte, kam jede Hilfe zu spät, wenn man nicht rechtzeitig in ärztliche Behandlung kam. Schleimhautentzündungen und akute Lungenleiden mit hohem Fieber waren die Folge. Mit 40°C Fieber musste noch gearbeitet werden. Wie ein ehemaliger Sanitätswagenfahrer der DSC berichtete, war es keine Seltenheit, dass Frauen am Arbeitsplatz zusammenbrachen.[38] Ein anderer Zeitzeuge erzählte von einer Französin, "die 8 Tage in einem Bau beschäftigt war, in dem Pikrinsäure verarbeitet wurde. Dann wurde sie ohnmächtig und kam nach München in eine Universitätsklinik."[39]

Aber nicht nur die Gesundheit der Menschen wurde von den Sprengstoffen angegriffen. Selbst die Kleidung der Arbeiter wurde zerfressen. "Beim Waschen ist uns oft die Unterwäsche auseinander gebrochen", so eine ehemalige DSC-Arbeiterin.[40]

Für den Arbeitsfortgang bestanden strengste Sicherheitsvorschriften. So war zum Beispiel das Tragen von Schmuck wie Eheringe und Ohrringe oder das Mitführen anderer metallischer Gegenstände in verschiedenen Produktionsbereichen aufs schärfste verboten, denn nur ein kleiner Funke oder Schlag hätte den Sprengstoff, der staubte und sich überall festsetzte, entzünden können. Regelmäßig mussten die Räume mit Wasser ausgespritzt werden. Das Tragen von Holzschuhen war an diesen Arbeitsplätzen Pflicht.

All die Vorkehrungen konnten aber nur die Zahl der Unfälle verringern. Es kam nämlich trotz dieser Maßnahmen immer wieder zu Explosionen, die auch Tote und Verletzte forderten. Ein folgenschwerer Unfall ereignete sich am 14. Januar 1943 in der DAG. Selbst in Bad Tölz soll der Brand noch wahrgenommen, ja sogar gesehen worden sein.[41] Ein Augenzeuge berichtet:

"... Es ereignete sich eine schwere Explosion. Von dem Gebäude blieb nur das Eisengerüst stehen. Zuerst wusste man nicht, wie viele Tote es gab. Erst anhand von Anwesenheitslisten stellte man fest, dass Menschen dem Unfall zum Opfer fielen. Aber von den Opfern gab es keine Spur. Die Explosion war so ungeheuerlich, dass die Arbeiter in kleinste Teile zerrissen wurden. Die Berufsgenossenschaft suchte lange nach menschlichen Überresten. Es war schrecklich. ..."[42]

Eine Eintragung im Kriegstagebuch gibt über das Ausmaß der Explosion näher Auskunft:

"14.1.1943. Explosion in Fabrik Wolfratshausen.

Gebäude 128 des Nitropenta-Betriebs mit Inhalt restlos zerstört. Gebäude für Trocknung eines Rohstoffs italienischer Herkunft, der feucht im Betrieb eintrifft. Zur Zeit der Explosion Trockenkammer mit Trockengut beschickt. Verluste: 2 Deutsche und 7 Ausländer tot, 1 deutscher Angestellter schwer, 5 Deutsche und 7 Ausländer leicht verletzt. Ursache der Explosion unbekannt. Klärung infolge restloser Vernichtung des Gebäudes und Todes der Insassen wohl kaum möglich. Im übrigen Werk sonst nur Türen-, Fenster- und Gebäudeschäden. Produktion nur wenig gestört. Sachschaden ca. 1 Millionen Reichsmark."[43]

Ein weiterer schwerer Unfall ereignete sich 1943. Es war die Explosion eines Sprengkapsellagers. Sie forderte 2 Tote. Durch die gewaltige Explosion entwickelte sich eine so starke Druckwelle, dass in dem von der DAG 1 km entfernten Gut Buchberg vom Rossstallgebäude fast alle Dachplatten abgehoben wurden und die Fenster in Trümmer gingen.[44] Sogar in "Föhrenwald" hatte die Explosion noch Auswirkungen. Ein Augenzeuge befand sich zur Zeit dieses Vorfalls gerade im Lager. Er und seine beiden Freunde wurden durch die Wucht der Explosion zu Boden gerissen.[45]

Betriebsunfälle mit solchen Ausmaßen kamen aber nicht oft vor. Die Mehrzahl der Unfälle waren kleinere, die meist glimpflich verliefen. So gab es oft kleinere Explosionen bei dem Pressen, der Abfüllung, der Sprengstoffe. Die Werkrettungsstelle war jedoch fast immer belegt.

Verursacht wurden diese Unfälle meist durch Unachtsamkeiten und ungenaues Arbeiten. Aber auch Sabotage war keine Seltenheit. Die Zwangsarbeiter zeigten auf diese Weise ihren Widerstand gegenüber dem faschistischen System in Deutschland.

Eine junge Polin wurde einmal von einer Vorarbeiterin erwischt, in dem Moment, als sie gerade mit einem Hammer auf eine mit 25 Sprengkapseln gefüllte Schachtel schlagen wollte. Die Vorarbeiterin verhinderte im letzten Augenblick dieses Vorhaben. Die Polin wurde verhaftet. Soweit bekannt, ist sie zum Tode verurteilt worden.[46]

Ein Ukrainer sabotierte einmal die Arbeit, in dem er leere Kartons, die ihm beim be- oder entladen eines Zuges zugeworfen wurden, bewusst nicht auffing.[47]

Ein Anderer legte eine Handvoll Nitropenta oder einen ähnlichen Sprengstoff auf ein Gleis, sodass die Lokomotive, die dann darüber fuhr, entgleiste.[48]

Die Sabotagetätigkeit wurde von den Alliierten gefördert, in dem über den beiden Werken einmal brieftaschengroße Sprengpäckchen abgeworfen wurden. Bei einem "Ostarbeiter" wurde ein solches Sprengpäckchen gefunden. Der Mann wurde verhaftet. Über sein weiteres Schicksal ist nicht schwer zu raten. Da das Vorhandensein dieser Päckchen aber rechtzeitig gemeldet wurden und verschiedene Maßnahmen getroffen wurden, blieben größere Explosionen aus.[49]

Aber nicht nur die ZwangsarbeiterInnen, sondern auch vereinzelt deutsche Dienstverpflichtete, zeigten Widerstand. Ein Arbeiter erzählt:

"... Einmal hatten zwei Bauarbeiter, Kommunisten, in den frischen Beton der Baracke 202 'Nieder mit Hitler' eingraviert. Zum Glück sollten die Beiden am nächsten Tag auf die Baustelle nach Waldkraiburg, was auch geschah. So sind sie der Strafe entwischt. Dafür verdächtigte man aber meinen Gehilfen. Am nächsten Morgen wartete ich vergeblich auf sein Kommen. Sie hatten ihn nach Dachau gebracht, ohne viel zu recherchieren. Wir haben lange kämpfen müssen, um ihn frei zu bekommen. ..."[50]

Überhaupt, derjenige der auffiel, war meistens nach einigen Wochen schon fort. Man musste sich mit Äußerungen dieser oder ähnlicher Art zurückhalten. Auch Widerspruch und Ungehorsam wurde nicht geduldet. Mit der Drohung "Dachau ist nicht weit" wurden die Menschen unter Druck gesetzt. Die Erinnerungen einer DSC-Arbeiterin:

"... Ich hab mich ja mit Händen und Füßen gewehrt, gegen die Arbeit, aber das hat nichts genützt. 'Gut noch ein Wort, Dachau ist nicht weit' haben die immer gesagt. ..."[51]

In "Föhrenwald" wurde während des Krieges ein Mann erhängt auf einem Speicher aufgefunden. Vorausgegangen waren mehrere Anrufe aus der DAG und eine Drohung von der Betriebsleitung.[52] Anscheinend wurde der Mann unter einen solchen psychischen Druck gestellt, dass er Selbstmord beging. Auch im "Lager Buchberg" brachte sich ein Arbeiter, ein Russe, um.[53] Er erhängte sich ebenfalls.

In vielen Fällen hatte die DAG und DSC eigene Methoden der Bestrafung. Kleinere Vergehen in den Werken und Lagern wurden mit Geldstrafe, mit Strafarbeit (Doppelschicht), Ausgangssperren, Prügelstrafen oder mit der Einweisung zur "Platzkolone", einer Strafabteilung in der unter strenger Aufsicht gearbeitet werden musste, geahndet.[54] In "Föhrenwald" befand sich im Pförtnerhaus auf der linken Seite, so wird erzählt, das Vernehmungszimmer des Werkschutzes, das wegen der in ihm angewandten Methoden auch "Prügelkammer" genannt wurde.[55]

Allein 62 "Ostarbeiter" aus dem "Lager Buchberg" wurden während des Krieges zur Bestrafung der Gestapo überstellt.[56]

Nach der nationalsozialistischen Ideologie waren die Völker des Ostens "Untermenschen". Die Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln und selbst das Fahren mit einem Rad war ihnen verboten und nur mit einer besonderen Erlaubnis gestattet.[57]

Aus einer Anordnung an im Großdeutschen Reich wohnhafte Polen:

"Das Verlassen des Aufenthaltsortes ist streng verboten. Während des von der Polizeibehörde angeordneten Ausgehverbotes darf auch die Unterkunft nicht verlassen werden. Wer lässig arbeitet, die Arbeit niederlegt, andere Arbeiter aufhetzt, die Arbeitsstätte eigenmächtig verlässt usw. erhält Zwangsarbeit im Arbeitserziehungslager. Bei Sabotagehandlungen und anderen schweren Verstößen gegen die Arbeitsdisziplin erfolgt schwerste Bestrafung, mindestens eine mehrjährige Unterbringung in einem Arbeitserziehungslager."[58]

Die Lebens- und Arbeitsbedingungen in "Arbeitserziehungslagern" waren "im allgemeinen härter, als in Konzentrationslagern".[59]

Die "Ostarbeiter" bildeten den unteren Rand des faschistischen Zwangsarbeitersystems Nur die Situation der KZ-Häftlinge war noch schlechter. Mit "Ostarbeitern" wurden prinzipiell keine Arbeitsverträge abgeschlossen. Ihre Außergesetzstellung trennte sie von allen anderen Arbeitskräften und eröffnete den Großunternehmern die Möglichkeit zur willkürlichen Ausbeutung. Eine im Januar 1942 eingeführte Ostarbeiterabgabe führte dazu, dass nur noch eine symbolische Entlohnung stattfand, die 17 RM im Monat nicht übersteigen konnte.[60] Zur Kennzeichnung musste auf der rechten Brustseite ein Abzeichen mit der Aufschrift "Ost" getragen werden. Inwieweit diese Bestimmungen in den Geretsrieder Werken eingehalten wurden, lässt sich heute nicht mehr eindeutig klären. Aber auch ohne Kennzeichnung waren diese Menschen leicht zu erkennen. Ihre Köpfe waren kahl geschoren. Gekleidet waren sie ärmlich. Im "Lager Buchberg" trugen sie einheitlich graue oder braune Kittel und Hosen, eine Art Uniform.[61] Viele hatten keine Schuhe. Im Winter wickelten sie sich Lumpen um die Beine, weil sie keine Strümpfe hatten. Einmal beobachtete eine Arbeiterin, daß "Ostarbeiter" beim Passieren des Werkstores, diese Lumpen ablegen mussten.[62] Die Ernährung dieser ZwangsarbeiterInnen war katastrophal. Das "Essen" bestand hauptsächlich aus einer Brühe mit Kantinenabfällen drin.[63] Zudem reichten die Essensrationen nicht aus. Wer sich aber trotzdem auf dem Schwarzmarkt etwas zum Essen besorgte und erwischt wurde, wurde geschlagen.[64] Der Lagerführer von Buchberg wurde immer wieder von ehemaligen ArbeiterInnen als äußerst brutal bezeichnet. Wegen jeder Kleinigkeit griff er gleich streng durch. Schläge ohne Anlass gehörten auch dazu. Die Erinnerung einer Arbeiterin:

"... Ein Russe kam einmal ganz aufgeregt zum Lagerführer und sagte: 'O Schuhe gestohlen'. Er hat nicht gesagt der Lagerführer hat sie gestohlen - die Ausländer beklauten sich ja auch gegenseitig. Schon hat der Lagerführer dem Russen ins Gesicht rein geschlagen, dann haben sie ihn verdroschen. ... Nein, also wollen wir sagen, mich hat das immer wieder gewundert, dass die nicht alle gestorben sind. ..."[65]

Tatsache ist, dass mindestens 25 vorwiegend junge "Ostarbeiter", die im "Lager Buchberg" und "Lager Stein" untergebracht waren, zwischen 1942 und 1945 verstarben.[66] 187 "Ostarbeitern" gelang die Flucht.[67] Sie hielten anscheinend die unmenschliche Behandlung nicht mehr aus. Aufgrund ihrer Sprache und der kahl geschorenen Köpfe waren sie aber leicht zu erkennen und somit meist schon nach kurzer Zeit wieder ergriffen worden. Es war dann Sache der Gestapo, ob eine Einweisung in ein Konzentrationslager erfolgte.

Intime Beziehungen zwischen ausländischen und deutschen ArbeiterInnen waren strengstens verboten. Dennoch waren sie keine Seltenheit. Man traf sich heimlich oder die Stellung im Betrieb erlaubte es, ungestraft solche Beziehungen zu pflegen. Wurden solche Beziehungen aufgedeckt, kamen die Zwangsarbeiter aus Westeuropa meist glimpflich davon. Dem "Ostarbeiter" drohte aber die Todesstrafe und der "Ostarbeiterin" die Einweisung in ein Konzentrationslager, ja sogar die Zwangssterilisation.[68]

Schwangere Frauen wurden Anfangs in Ihre Heimat zurücktransportiert. Im Jahre 1943 wurde dann in Gelting im Auftrag des Landkreis Wolfratshausen eine Entbindungsbaracke für die tausende Zwangsarbeiterinnen, die im Landkreis lebten, errichtet. Die Anzahl der Wöchnerinnen lag im Durchschnitt bei etwa 15 Frauen. Auffallend viele Kinder wurden dort tot geboren.[69]

Um über den Alltag in den Lagern und Fabriken hinwegzutäuschen organisierte die "Deutsche Arbeitsfront" Vorträge, Folkloreabende, Wunschkonzerte, Filmvorführungen und Tanz. Im Wirtschaftsgebäude in "Föhrenwald", der heutigen katholischen Kirche und Seminaraula, fanden sogar Theateraufführungen statt.[70]

Während die ArbeiterInnen aus dem Westen Heimaturlaub beantragen konnten, bekamen die Ostarbeiter keine Vergünstigungen dieser Art. Sie hatten auch keinen freien Ausgang, so wie die "Westarbeiter". Ihre Freizeit sollte sich ausschließlich im Lager abspielen. Kontakte zu Deutschen und allen anderen Belegschaftsmitgliedern der Werke waren verboten und am Arbeitsplatz so weit es ging zu beschränken.

6. Das Kriegsende

Bis April 1945 wurden die beiden sorgfältig in den Wald eingegliederten Rüstungsbetriebe von Kampfhandlungen verschont. Aber bereits zu Baubeginn hatten die Alliierten von zwei kriegswichtigen Fabriken südlich von München Kenntnis. Am 9. April 1945 erfolgte ein schwerer Luftangriff auf das Gelände der "Fabrik Wolfratshausen". Innerhalb von 3 Minuten warfen 76 Bomber, die von zahlreichen Jagdflugzeugen begleitet waren, nahezu 2100 Bomben ab.[71] Ein älterer Mann kam bei diesem Angriff ums Leben. Wie viele Verletzte es gab, ist unbekannt. An den Produktionsbunkern entstand im Großen und Ganzen nur geringer Schaden. Da jedoch wichtige Rohr- und Stromleitungen beschädigt worden waren, kam die Produktion dennoch zum Erliegen.

Es gibt Hinweise, dass Mitte April 1945 noch ein Kommando von KZ-Häftlingen des Konzentrationslagers Dachau in die Geretsrieder Rüstungsbetriebe abgestellt wurde. Es soll aus etwa 70 Personen bestanden haben und "SS-Arbeitslager Neufahrn" oder "Neufahrn, Kommando von Wolfratshausen" genannt worden sein.[72] Das ein Zusammenhang mit Aufräumungsarbeiten nach dem Luftangriff besteht, wäre durchaus denkbar. Um mehr Gewissheit über dieses Kommando zu erlangen, sind aber noch umfangreiche Recherchen im Gange und notwendig.

Während die deutschen ArbeiterInnen in den letzten Kriegstagen aus den Beständen der Werke Tische, Stühle, verschiedenes Elektromaterial und andere Dinge erwerben konnten, machten sich einige der in den Werken verantwortlichen Angestellten aus dem Staub.[73]

Auch SS- und Wehrmachteinheiten zogen sich in Richtung Süden zurück. Ihnen folgte ein Elendszug von zu Skeletten abgemagerten Menschen. Es war der Todesmarsch von mehr als 7000 KZ-Häftlingen aus Dachau. Unzählige von Ihnen brachen vor Erschöpfung, Krankheit und unter Prügel und Schüssen der SS zusammen. Die genaue Zahl der Opfer ist heute unbekannt. Ein ehemaliges Mitglied der SS-Wachmannschaft gab später bei einer Vernehmung durch amerikanische Militärstaatsanwälte an, dass mindestens die Hälfte der Häftlinge - also mehr als 3000 - verloren gingen.[74] Einigen gelang die Flucht, aber die meisten dürften gestorben sein.

Die Marschroute der meisten Häftlinge führte von Kaufering und Dachau über Karlsfeld, Gauting, Starnberg, Wolfratshausen, Eurasburg, Königsdorf und Bad Tölz zum Tegernsee. Zwischen 300 und 400[75] jüdische Häftlinge wurden dabei ins "Lager Buchberg" getrieben. Am 1. Mai 1945 wurde das Lager von amerikanischen Truppen befreit.

Nachdem die Kriegsgefangenen, ZwangsarbeiterInnen und KZ-Häftlinge befreit waren, drückten sich die unmenschlichen Behandlungen, die sie während des Krieges von den Wachmannschaften und ihren Vorgesetzten erfahren hatten, in Racheaktionen aus. Plünderungen, Zerstörungswut und Angriffe auf deutsche ArbeiterInnen und Angestellte der Fabriken gehörten dazu. Aber manch ein Zwangsarbeiter und KZ-Häftling konnte sich jetzt auch dankbar zeigen, für die Hilfe, welche er von einzelnen Deutschen während der Nazidiktatur erhielt.

Ein Kapitel der Stadtgeschichte ist zu Ende.

7. Nachwort

Heute, 50 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkrieges, ist immer noch ein Mantel des Schweigens über diese Zeit gelegt. Es ist eine Tatsache, dass bei einem großen Teil der Bevölkerung die deutsche Geschichte im Jahr 1933 im Nichts verschwindet und erst nach dem Krieg mit dem Wiederaufbau wieder beginnt. Was sich in den dazwischen liegenden 12 Jahren ereignete, bleibt meist unerwähnt, wird verdrängt und vergessen. Gedenkstätten und Mahnmäler für die Opfer des Nationalsozialismus, sowie andere Einrichtungen, die auch beitragen würden, eine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit zu fördern, stoßen oft auf Ablehnung. Fehler, die damals begangen wurden, muss man aber kennen, wenn man eine Wiederholung verhindern möchte.

Das über vier Jahrzehnte lange Verdrängen, Vergessen und nicht aus der Geschichte lernen wollen ist mit eine Ursache für den Stimmenzuwachs von rechtsextremen Parteien, die erneut eine faschistische und rassistische Ideologie verbreiten. Ich meine, man sollte heute endlich einmal die uns gegebene Möglichkeit nützen, aus der Geschichte zu lernen, um eine Zukunft gestalten zu können, in der Menschen toleranter, einfach menschlicher miteinander umgehen, ganz egal welche Sprache man spricht oder was für eine Hautfarbe man hat.

Wir dürfen dem Hass keine Chance geben. Ich möchte Euch dazu aufrufen wachsam zu sein und jeden neu aufkommenden nationalistischen, rassistischen und kriegsverherrlichenden Bestrebungen, die das friedliche Zusammenleben der Völker stören, entschieden entgegenzutreten, damit sich niemals die jüngste deutsche Vergangenheit wiederholen kann.

 

 

8. Verwendete Literatur

 

Frings, Paul: Das internationale Flüchtlingsproblem 1919-1950, Frankfurt/Main 1951

 

Ewald, Thomas; Hollmann, Christoph, Schmidt, Heidrun: Ausländische Zwangsarbeiter in Kassel 1940-1945, Kassel 1988

 

Herbert, Ulrich: Fremdarbeiter. Politik und Praxis des "Ausländer-Einsatzes" in der Kriegswirtschaft des Dritten Reiches, Essen 1985

 

Hohlmann, Susanne: Pfaffenwald, Sterbe- und Geburtenlager 1942-1945, Kassel 1988

 

Klewitz, Bernd: Die Arbeitssklaven der Dynamit Nobel, Schalksmühle 1986

 

Krenkel, E.-M., Nürnberger, D. u.a.: Lebensskizzen kriegsgefangener und zwangsverpflichteter Ausländer im Raum Fritzlar-Ziegenhain 1940-1943, Kassel 1985

 

Mosch-Wicke, Klaus: Schäferberg. Ein Henschel-Lager für ausländische Zwangsarbeiter, Kassel 1985

 

Weinmann, Martin (Hg.): Das nationalsozialistische Lagersystem, Frankfurt/Main 1990

 

9. Quellenangaben  

 

[1] 

Stadtarchiv Geretsried: polizeiliche An- und Abmeldungen

[2]

Stadtarchiv Geretsried: Berichte von Zeitzeugen: Herrn H., Königsdorf  

[3]

Mosch-Wicke: Schäferberg, Ein Henschel-Lager für ausländische Zwangsarbeiter, s. S. 14  

[4]

Mosch-Wicke: Schäferberg, Ein Henschel-Lager für ausländische Zwangsarbeiter, s. S. 17  

[5]

Ewald, Hollmann, Schmidt: Ausländische Zwangsarbeiter in Kassel 1940-1945, s. S. 12  

[6] 

Frings, Paul: Das internationale Flüchtlingsproblem 1919 - 1950, s. S. 54  

[7]

Hohlmann, Susanne: Pfaffenwald, Sterbe- und Geburtenlager 1942-1945, s. S. 67  

[8]

Herbert, Ulrich: Fremdarbeiter, Politik und Praxis des "Ausländer-Einsatzes" in der Kriegswirtschaft des Dritten Reiches, s. S. 82ff und 157ff  

[9]

Klewitz, Bernd: Die Arbeitssklaven der Dynamit Nobel, s. S. 102f  

[10]

Ewald, Hollmann, Schmidt: Ausländische Zwangsarbeiter in Kassel 1940-1945, s. S. 14  

[11] 

Klewitz, Bernd: Die Arbeitssklaven der Dynamit Nobel, s. S. 91

[12]

Stadtarchiv Geretsried: polizeiliche An- und Abmeldungen  

[13] 

ebenda

[14] 

ebenda  

[15] 

Gritzmann, Bernhard: Das andere Geretsried, Diavortrag vom 25.11.1988, Manuskript, s. S. 21  

[16]

Stadtarchiv Geretsried: Kern, Mathias (Pfarrer):  Tagebuchaufzeichnungen  

[17]

Stadtarchiv Geretsried: polizeiliche An- und Abmeldungen  

[18]

Stadtarchiv Geretsried: Kern, Mathias:  Tagebuchaufzeichnungen

[19] 

Stadtarchiv Geretsried: Der Bürgermeister der Gemeinde Gelting in einem Schreiben an die Gemeinde Obersalzberg vom 25.01.39: "Durch das staatliche Bauvorhaben in der hiesigen Gemeinde, werden in Gemeinschaftslagern rund 6-7000 Mann untergebracht werden müssen." Im Gemeindebereich Gelting befand sich nur das "Lager Buchberg".

[20]

errechnet auf Grundlage eines Lageplanes  

[21] 

Stadtarchiv Geretsried: Bericht von Ulrich Wimmer, Wolfratshausen; International Tracing Service: Catalogue of Camps and Prisons in Germany and German-Occupied Territories Sept. 1st, 1939 - May 8th, 1945, s. S. 191

[22]

Stadtarchiv Geretsried: polizeiliche An- und Abmeldungen  

[23]

Stadtarchiv Geretsried: Kugler, Anton: Die Eingliederung der Sudetendeutschen nach der Vertreibung aus ihrer Heimat am Beispiel Geretsried (Facharbeit), s. S. 8  

[24]

Stadtarchiv Geretsried: Kern, Mathias (Pfarrer):  Tagebuchaufzeichnungen  

[25]

Reiss, Steppan: Waldram - Anspruch auf Vergangenheit, s. S. 44  

[26] 

Stadtarchiv Geretsried: Berichte von Zeitzeugen: Herr G., Wolfratshausen; Lageplan und Luftbildaufnahmen von "Föhrenwald"   

[27]

Stadtarchiv Geretsried: polizeiliche An- und Abmeldungen  

[28]

Stadtarchiv Geretsried: Berichte von Zeitzeugen: Herr K., Königsdorf  

[29]

ebenda

[30] 

ebenda  

[31]

Stadtarchiv Geretsried: Berichte von Zeitzeugen: Frau G., Bad Heilbrunn  

[32]

Gritzmann, Bernhard: Das andere Geretsried, Diavortrag vom 25.11.1988, Manuskript, s. S. 20  

[33]

Stadtarchiv Geretsried: Berichte von Zeitzeugen: Frau G., Bad Heilbrunn  

[34]

Reiss, Steppan: Waldram - Anspruch auf Vergangenheit, s. S. 45  

[35]

Stadtarchiv Geretsried: Berichte von Zeitzeugen: Herr und Frau Sch., Wolfratshausen  

[36]

Stadtarchiv Geretsried: Berichte von Zeitzeugen: Frau Sch., Königsdorf  

[37] 

Stadtarchiv Geretsried: Berichte von Zeitzeugen: Frau R., Gelting  

[38] 

Stadtarchiv Geretsried: Berichte von Zeitzeugen: Herr K., Königsdorf  

[39]

Stadtarchiv Geretsried: Berichte von Zeitzeugen: Herr und Frau Sch., Wolfratshausen  

[40]

Gritzmann, Bernhard: Das andere Geretsried, Diavortrag vom 25.11.1988, Manuskript, s. S. 19  

[41]

Stadtarchiv Geretsried: Berichte von Zeitzeugen: Frau R., Gelting  

[42]

Reiss, Steppan: Waldram - Anspruch auf Vergangenheit, s. S. 45  

[43]

Bundesarchiv - Militärarchiv Freiburg: RW 21-47/1  

[44] 

Stadtarchiv Geretsried: Heimatbuch Gelting, s. S. 99  

[45]

Stadtarchiv Geretsried: Berichte von Zeitzeugen: Herr G., Wolfratshausen  

[46]

Stadtarchiv Geretsried: Berichte von Zeitzeugen: Frau R., Gelting  

[47]

Stadtarchiv Geretsried: Berichte von Zeitzeugen: Herr und Frau Sch., Wolfratshausen  

[48] 

ebenda  

[49] 

Stadtarchiv Geretsried: Berichte von Zeitzeugen: Herr R.  

[50]

Stadtarchiv Geretsried: Berichte von Zeitzeugen: Herr K., Königsdorf  

[51]

Stadtarchiv Geretsried: Berichte von Zeitzeugen: Frau G., Bad Heilbrunn  

[52]

Stadtarchiv Geretsried: Berichte von Zeitzeugen: Frau H., Wolfratshausen

[53]

Stadtarchiv Geretsried: polizeiliche An- und Abmeldungen  

[54] 

Stadtarchiv Geretsried: Berichte von Zeitzeugen: Herr G., Wolfratshausen  

[55]

Stadtarchiv Geretsried: Berichte von Zeitzeugen: Frau H.r, Wolfratshausen und Herr Gärtner, Wolfratshausen  

[56]

Stadtarchiv Geretsried: polizeiliche An- und Abmeldungen  

[57] 

Hohlmann, Susanne: Pfaffenwald, Sterbe- und Geburtenlager 1942-1945, s. S. 66  

[58]

Krenkel, Nürnberger: Lebensskizzen kriegsgefangener und zwangsverpflichteter Ausländer im Raum Fritzlar- Ziegenhain 1940-1943, s. S. 40  

[59]

Weinmann, Martin (Hg.): Das nationalsozialistische Lagersystem, s. S. XVIIf  

[60]

Klewitz, Bernd: Die Arbeitssklaven der Dynamit Nobel, s. S. 101  

[61]

Stadtarchiv Geretsried: Berichte von Zeitzeugen: Frau H., Wolfratshausen  

[62]

Gritzmann, Bernhard: Das andere Geretsried, Diavortrag vom 25.11.1988, Manuskript s. S. 23  

[63]

Stadtarchiv Geretsried: Berichte von Zeitzeugen: Frau G., Bad Heilbrunn

[64]

Stadtarchiv Geretsried: Berichte von Zeitzeugen: Frau J., Wolfratshausen  

[65] 

Stadtarchiv Geretsried: Berichte von Zeitzeugen: Frau H., Wolfratshausen  

[66]

Stadtarchiv Geretsried: polizeiliche An- und Abmeldungen  

[67]

ebenda  

[68] 

Klewitz, Bernd: Die Arbeitssklaven der Dynamit Nobel, s. S. 101; Hohlmann, Susanne: Pfaffenwald, Sterbe- und Geburtenlager 1942-1945, s. S. 61f  

[69] 

Stadtarchiv Geretsried: Heimatbuch Gelting, s. S. 40; Stadtarchiv Geretsried: Berichte von Zeitzeugen: Frau H., Gelting  

[70]

Stadtarchiv Geretsried: Berichte von Zeitzeugen: Herr und Frau Sch., Wolfratshausen

[71] 

Preuß, Johannes: Rekonstruktion der ehemaligen Rüstungsbetriebe in Geretsried, s. S. 164  

[72]

International Tracing Service: Catalogue of Camps and Prisons in Germany and German-Occupied Territories Sept. 1st, 1939 - May 8th, 1945, s. S. 191; Mitteilungsblatt des Beirats für Wiedergutmachung: Verzeichnis der Konzentrationslager und ihre Außenkommandos gemäß § 42 Abs. 2 BEG, S. 3; IG GESCHICHTE GERETSRIED: Schreiben von Walter Cieslik (Polen) vom 22.09.89  

[73]

Stadtarchiv Geretsried: Berichte von Zeitzeugen: Herr und Frau Sch., Wolfratshausen

[74]

KZ-Gedenkstätte Dachau (Archiv): 5434: eidesstattliche Erklärung des ehemaligen SS-Unterscharführers Albin G. im Dachau-Prozeß  

[75] 

Schreiben von Avraham S., Holon/Israel, an die IG GESCHICHTE GERETSRIED

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